Diese Woche fängt mit einem Post für Melanie von „touche-a-tout“ an. Sie hat ein Exemplar von „Seelenwärmer“ von Karin Hertzer und Peppi Kalteis auf Reisen geschickt und so ein schönes Event gestartet. Seelenwärmer

„Seelenwärmer: Kochrezepte und Wohlfühl-Tipps für kalte Tage“ von Karin Hertzer und Peppi Kalteis,mit Illustrationen von Annabell von Sperber, erschienen im Egmont Verlag 2010. Ein Buch zum Lesen, Lernen und Genießen.

Das Buch ist aufgeteilt in neun Kapitel: Scharfes, Mit Ingwer, Vegetarisches, Würziges, Fruchtiges, Langsam Geschmortes, Süßes, Flüssiges und Basics.

Die etwa 70 Rezepte finden Platz auf 144 Seiten. Es ist ein illustriertes Buch ohne Fotos.

Karin Hertzer ist Medizinjournalistin mit den Schwerpunkten Gesundheit und Ernährung. Als Expertin für das Thema „Frieren“ hat sie Ratgeber veröffentlicht und betreibt die Website www.warmup-cooldown.de.

Für dieses Buch hat Sie sich mit dem Meisterkoch Peppi Kalteis zusammengetan. Gemeinsam haben sie viele wärmende Rezepte für alle leicht frierende Personen zusammengestellt. Die Illustrationen lockern die vielen Informationen im Buch auf und machen das Buch schön bunt.

Die Rezepte kommen aus den vielen verschiedenen Küchen der Welt. Es ist aber nicht verwunderlich, dass viele asiatische Rezepte hier ihren Platz gefunden haben, da besonders die traditionelle chinesische Medizin und chinesische Ernährung sich intensiv mit wärmenden, kühlen und neutralen Speisen beschäftigen. Die Autorin bezieht sich hier nur auf die traditionelle chinesische Medizin (TCM) und chinesische Ernährungslehre.

Im Kochbuch finden auch bekannte Speisen aus Europa wie Penne all’arrabbiata einen Platz. Auch ein paar deutsche Gerichte sind vertreten wie zum Beispiel Sauerbraten oder Tafelspitz. Die Rezepte sind klassisch aufgebaut, sind übersichtlich und leicht verständlich. Als das Buch bei mir ankam, wußte ich noch nicht, wieviel Information man zwischen zwei Buchdeckeln packen kann. Dieses kleine Buch ist randvoll mit Informationen.

In ihrer Einleitung schildert uns die Autorin über die traditionelle chinesische Medizin und ayurvedische Küche. Karin Hertzer hat viel recherchiert und teilt ihr Wissen in kurzen Beiträgen mit uns. Zum Beispiel im Kapitel „Mit Ingwer“ erfahren wir wie die Pflanze aussieht und wie sie eingesetzt, verarbeitet und genossen wird. Alles Erwähnenswerte über eine Zutat wird auch kurz angemerkt, zum Beispiel dass Pfirsiche und Aprikosen „thermisch wärmend“ wirken nicht aber Nektarinen. Oder dass Rindfleisch und Lammfleisch wärmend wirken und Schweinefleisch eher kühlend. So hat die Autorin zu jedem Rezept ein paar Anmerkungen und Informationen parat. Man lernt mit jeder Seite etwas Neues dazu.

Die Rezepte vom Peppi Kalteis sind bezeichnet. Der Meisterkoch gesteht in seiner Einleitung, dass er während der Zusammenarbeit zu diesem Buch viel über wärmende und kühlende Speisen gelernt hat, ein Thema über das er sich vorher nicht so viel Gedanken gamacht hatte. Seine Rezepte klingen sehr lecker und haben einen Überraschungseffekt. Zum Beispiel verwendet Peppi Kalteis Wasabi-Erdnüsse als Gewürzzutat für sein Marktgemüse, die er in Chili-Honig-Wodka flambiert. Ich esse gern diese giftgrünen Wasabinüsse, aber bin noch nicht auf die Idee gekommen, sie zum Würzen zu benutzen.

Für mich ist dieses Buch eine kleine Fundgrube. Ich liebe Lesekochbücher und teste die Rezepte aus auch ohne Foto-Vorlage. Deshalb war das Buch sehr schnell mit vielen Zetteln markiert. Und da ich nicht alles in den wenigen Tagen Nachkochen kann, werde ich es wohl mir besorgen müssen. Aber ich habe hier drei Rezepte am Wochenende nachgekocht:

„Aprikosensenf“ – Als Aprikosenliebhaberin musste ich das natürlich gleich ausprobieren. Ich habe getrocknete Aprikosen genommen und habe für zwei Personen gekocht. Der Aprikosensenf ist dunkel ausgefallen, aber schmeckt sehr lecker. Erinnert ein bisschen an Chutney mit Senf. Auch das Rezept für zwei Personen war großzügig bemessen und wir freuen uns auf das nächste Gericht mit Aprikosensenf. Deshalb ein Tipp von mir, wenn Ihr getrocknete Aprikosen nehmen wollt, dann reichen auch 100-150 g getrocknete Aprikosen für vier Personen. Sonst schmeckt der Senf mehr nach Aprikosen als nach Senf. Seelenwärmer1

Zutaten für 4 Portionen (Rezept aus dem Kochbuch „Seelenwärmer“) 300 g Aprikosen (frisch oder getrocknet), getrocknete Aprikosen 30 Minuten in heißem Wasser einweichen
2 Schalotten, fein gewürfelt
2 EL Sonnenblumenöl
4 EL brauner Zucker
6 EL Sherryessig
1 TL Salz
3 EL scharfer Senf
3 EL körniger Senf
1 EL flüssiger Honig

  1. Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen. Schalotten glasig dünsten. Aprikosen hinzufügen und 5 Minuten köcheln. Zucker darüberstreuen und karamelisieren lassen. Mit Essig ablöschen und salzen. 20 Minuten mit geschlossenem Deckel bei mittlerer Hitze köcheln lassen. (Ich habe den Herd schon nach 10 Minuten ausgeschaltet und den Topf auf der warmen Herdplatte gelassen.)
  2. Die Hälfte der Aprikosen pürieren. (Ich habe alles grob püriert.) Alles zusmmen mit Senf und Honig in die Pfanne zurückgeben und gut vermengen.

Dazu gab es laut Kochbuch „Türkische Lammkoteletts“ – Die haben wir auch dann gemacht. Die Marinade kam mir sehr bekannt vor 😉 Der Aprikosensenf passt einfach gut dazu. Mein Ehemann war begeistert. Wir haben festgestellt, dass man auch gut Hühnchen zum Aprikosensenf essen kann. IMG_0708 Zutaten für 4 Personen (Rezept aus dem Kochbuch „Seelenwärmer“)
12 dünne Lammkoteletts mit Knochen
6 EL Olivenöl
Salz und Peffer aus der Mühle

Für die Marinade:
1 Zwiebel, fein gewürfelt
2 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
1 Chilischote, fein gehackt
1 Rosmarinzweig, Rosmarinnadeln fein gehackt
4 Thymianzweige
5 EL Olivenöl
1 TL Salz
1 TL edelsüßes Paprikapulver

  1. Am Vortag die Marinade zubereiten. Dazu Zwiebeln, Knoblauch, die Kräuter, Olivenöl, Salz und Paprikapulver in einer großen flachen Schale mischen. (Ich habe Salz hier weggelassen und erst beim Braten die Koteletts gesalzen.)
  2. Koteletts waschen, troken tupfen und in die Marinade legen, wenden und zugedeckt über Nacht ziehen lassen.
  3. Die Koteletts salzen und pfeffern und in der Pfanne je 2 Minuten auf jeder Seite in heißen Öl scharf anbraten oder im Ofen 15 Minuten grillen.

Wenn wir schon beim Grillen in der Küche sind, dann habe ich auch „Harissa“ als Alternative gemacht. Etwas süßes und etwas scharfes und beides wärmend. Die Angaben für das Harissa Rezept habe ich verdoppelt, damit ich zum einen die Masse gut pürieren und zum anderen ein Glas voll bekommen kann. Gewohnt gut würzig und lecker! Seelenwärmer3

Zutaten für Harissa (Rezept aus dem Kochbuch „Seelenwärmer“)
12 getrocknete rote Chili, 8 davon aufgeschnitten und entkernt
1 EL Korianderkörner
2 TL Kreuzkümmelsamen
2 Knoblauchzehen
1/2 TL Salz
5 EL Olivenöl

  1. Chilis in eine Schüssel geben, mit warmem Wasser übergießen und 30 Minuten einweichen lassen.
  2. In einer Pfanne ohne Fett die Korianderkörner und Kreuzkümmelsamen anrösten. Diese in einem Mörser fein mahlen.
  3. Knoblauch schälen und mit dem Salz im Mörser zerdrücken.
  4. Chilis in einem Sieb gut abtropfen lassen, mit dem Knoblauch-Salz zurück in die Schüssel geben und mit einer Gabel zu einer dicken Paste zerdrücken. Gemahlene Gewürze unterrühren. Nach und nach Öl hinzugeben, bis eine dicke Paste entstanden ist.

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