Titelbild„Kürbis, 120 geniale Rezeptideen“ von Maria Wurzer, erschienen im Löwenzahn Verlag 2014

*****Fünf Sterne: Ein Muss für alle Kürbisliebhaber. Die Autorin zeigt uns leckere Rezepte, die sie neu interpretiert oder kreiert hat. Ob herzhaft oder süß, ob alltäglich oder festlich, Kürbis und Kürbiskerne sind sehr vielseitig einsetzbar. Dieses Kochbuch ist auch für Vegetarier sehr zu empfehlen.

Die Autorin Maria Wurzer betreibt mit ihrem Ehemann seit 25 Jahren eine Kürbisfarm eingebettet in die sanften Hügel des Mostviertels in Niederösterreich. Kein Wunder also, dass gerade sie dieses Kochbuch schreiben musste. Sie kennt ihre Kürbisse mit allen Vorlieben und Eigenheiten und bereitet sie sehr gerne für Ihre Familie, Freunde und Gäste zu.

Die Autorin widmet sich erst der Warenkunde von Kürbis. Wir erfahren das der Speisekürbis wie viele schöne Dinge aus Mittel- und Südamerika kommt, wo er seit 12000 Jahren kultiviert wird. Mit Christoph Kolumbus kamen die ersten Sorten und Samen nach Europa. Insbesondere am Mittelmeer bereitete sich diese Frucht schnell aus. Der Kürbis war eine willkommene Abwechslung im Speiseplan. Vom Mittelmeer aus bereiteten sich verschiedene Sorten von Kürbis in die ganze Welt aus. Ende des 20. Jahrhunderts kam der Hokkaidokürbis aus Japan auf die deutschen Märkte und ab da stieg die Nachfrage nach anderen Kürbissorten als dem gemeinen Gartenkürbis, der viel zu häufig als Tierfutter diente.

Kürbisse sind nicht nur lecker und vielseitig einsetzbar, sie sind auch sehr gesund. Beim Lesen erfahre ich auch, dass der Kürbis hohen Gehalt an Wasser, Ballaststoffen und Kalium hat und deshalb entwässernd und entgiftend wirkt. Maria Wurzer führt die verschiedenen gesundheitlichen Aspekte aus.

Die Autorin beschreibt die beliebtesten Kürbissorten und wie man diese am Besten behandelt und zubereitet. Ein paar der Sorten waren mir bekannt, aber zum Beispiel den „roten Zentner“ oder den „langen Nepal“ kannte ich noch nicht. Anschließend gibt die Autorin Tipps zum Anbau im eigenen Garten und Lagerung.

Das Kochbuch ist klassisch aufgebaut. Nach der Einleitung kommen in sechs Kapiteln die Rezepte: Kleine Gerichte, Salate und Eingelegtes, Suppen, Hauptspeisen mit Fleisch, Geflügel und Fisch und Kürbis als Beilage, Hauptspeisen Vegetarisch mit Kürbis als Hauptgericht, Beilagen und abschließend Desserts, Kuchen und Gebäck. Die Rezept-Kapitel enthalten auch nur die Rezepte, wobei die Autorin je nach Bedarf ein paar Tipps notiert.

Nach den Rezepten ist ein kleines Glossar-Wörterbuch zu österreichisch-deutsch zu finden, was ganz hilfreich ist. Daran folgt ein Rezeptverzeichnis und ein alphabetisches Register.

Die ganzseitigen Fotos von Rita Newman sind geschmackvoll und mit viel Liebe zum Detail gestaltet, die zu Tisch einladen.

Die Rezepte starten mit einem Bauernfrühstück mit Kürbis, das mich schon beim Lesen begeisterte. Da wusste ich, dass die Autorin phantasievoll Kürbis zu neuen Interpretationen verwendet. So ist es auch. Ob als Party-Baguette, verschiedenen Dips, frittiert oder als Carpaccio, es gibt für alles den richtigen Kürbis. Bei den Suppen kann der Kürbis in verschiedenen Formen zubereitet werden, egal ob als Nockerl in Brühe oder frittierte Blüten zu Suppe im Glas oder gewürfelt im Eintopf oder aber püriert in verschiedenen Kombinationen.

Bei den Hauptgerichten mit Fleisch, Geflügel und Fisch finden wir Kürbis als Püree zu Pfeffersteaks, oder gewürfelt als Füllung im Rollbraten, als Schmorgemüse zu Spießchen, Pute mit Vanillekürbis, Forellenfilet auf Kürbisgemüse oder Fischlaibchen mit Kürbis-Rote-Rüben-Ragout.

Bei den Hauptgerichten mit Hauptsache Kürbis gibt es zum Beispiel Kürbisgnocchi, Kürbislasagne, Kürbisrisotto, Kürbispizza, Kürbisquiche, Kürbisspätzle, Kürbisschupfnudeln, Kürbisteigtaschen und Variationen von gefülltem Kürbis.

Bei den Desserts habe ich ganz schön gestaunt. Neben dem berühmten „Pumpkin Pie“ hat die Autorin viele neue Köstlichkeiten kreiert. Zum Beispiel: Kürbisvanillecreme, Kürbiswaffeln, Mohr im Hemd mit flüssigem Kern auf Kürbismus und Kürbiskern-Pfefferminz-Pesto, Knusprige Kürbiskernecken, Wespennester mit Kürbiskern, Kürbiskerntörtchen, Kürbiskernroulade oder Topfen-Joghurt-Törtchen mit Kürbisspiegel und vieles mehr.

Die Rezepte sind übersichtlich aufgebaut, links die Zutaten und rechts die Zubereitungsschritte. Die Beschreibungen sind klar verständlich und gut nachzuvollziehen.

Das Kürbiskochbuch von Maria Wurzer ist nicht nur informativ, sondern sehr kreativ neu interpretiert. Da bleibt nur noch eins zu sagen: Ran an die Kürbisse, es gibt viel auszuprobieren.

Von den 120 Rezepten sind etwa 85 Rezepte vegetarisch, wobei ich ergänzen würde, dass man auch einige der Rezeptideen mit Fleisch gut mit Patties oder Fritters kombinieren könnte. Deshalb ist dieses Buch nach meiner Meinung auch gut für Vegetarier geeignet.

Natürlich habe ich auch ein paar Rezepte für meine Rezension ausprobiert. Ich war so glücklich, als ich auf meinem kleinen Markt Hokkaido-, Butternut- und Spaghettikürbis entdeckte. Sie landeten alle in meiner Einkaufstasche.

KürbissuppeEs ging mit einer neuen Kürbissuppe los. Das besondere an dieser Suppe ist der Kräuterrahm. Es schmeckt so lecker und ganz anders als die üblichen pürierten Kürbissuppen.

Kürbislasagne4Natürlich musste ich auch die Lasagne ausprobieren, weil dieses Rezept eine Linsenfüllung und eine Frischkäsesauce enthielt, die ich in dieser Zusammenstellung noch nicht kannte. Die Kürbis-Linsen-Füllung wird erst separat gekocht und dann mit der Frischkäsesauce vermengt, dafür braucht man wirklich eine große Schüssel. Ich war erst unschlüssig, weil das so eine Menge „Brei“ war. Aber ich machte weiter und schichtete diese Mischung mit den Lasagneblättern und Zucchinischeiben in die Auflaufform und buk das Ganze für 45 Minuten. Heraus kam eine schöne goldene Lasagne mit Biss durch die Zucchini und schön geschmolzener Mozzarella. Beim nächsten Mal schmecke ich es etwas kräftiger ab, da viel durch die Sauce verloren geht. Lecker!

Spaghetti-KürbisDann musste der Spaghettikürbis in den Topf. Wenn Spaghetti dann mit Bolognese. Mein Kürbis hat länger zum Garen gebraucht, als angegeben, aber der Geschmack war überraschend gut. Der Kürbis lässt sich wirklich zu Fäden zerlegen und schmeckt fruchtig und liegt nicht so schwer im Magen.

KürbisbrotSchließlich habe ich noch ein Kürbiskernbrot gebacken, der so schnell fertig war, dass ich meinen Augen nicht trauen konnte. Es kommt auf meine Notfall-Brotliste. Es ist innerhalb von Minuten geknetet und im Ofen gebacken und sooo lecker. Da keine Backformgröße angegeben war, habe ich den Teig als ein Laib in einer 30 cm langen, rechteckigen Brotbackform gebacken. Wir haben eine Scheibe nach der anderen einfach mit Butter genossen. Unbedingt zu empfehlen.

Fazit:*****Fünf Sterne: Ein Muss für alle Kürbisliebhaber. Die Autorin zeigt uns leckere Rezepte, die sie neu interpretiert oder kreiert hat. Ob herzhaft oder süß, ob alltäglich oder festlich, Kürbis und Kürbiskerne sind sehr vielseitig einsetzbar. Dieses Kochbuch ist auch für Vegetarier sehr zu empfehlen.

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