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Lea Linster. Meine vier Jahreszeiten: Neue Rezepte und Menüs der Spitzenköchin für jede Saison. Diana Verlag, 2013

Mein Fazit: Ganz klar und einfach: *****Fünf Sterne: Leichte und genussvolle Jahreszeiten Küche mit einem Hauch luxemburgischer Leichtigkeit. Wer gern saisonale Produkte aus der Region zubereitet, wird von diesem Buch begeistert sein. Das Buch ist voll mit einfachen Rezepten mit dem „Wow-Effekt“.

Lea Linster ist eine Sterneköchin aus Luxemburg und die bisher einzige Frau, die den Bocuse d‘Or gewonnen hat. Nach dem Tod ihres Vaters übernahm sie das Gasthaus und führte ihr Restaurant bereits fünf Jahre später zum ersten Michelin Stern. Sie ist eine erfolgreiche Gastronomin mit einem ansteckenden Lächeln. Sie schreibt für Brigitte eine eigene Kolumne, hat mehrere Bücher mit Brigitte veröffentlicht und ist häufig im Fernsehen zu sehen.

Dies ist das sechste Buch, das Lea Linster mit „Brigitte“ realisiert. Ihr steht ein erfahrenes Team zur Seite. Die Fotos von Maryam Schindler und Thomas Neckermann sind strahlend schön. Die Zutaten und Gerichte bekommen einen schönen Auftritt und machen Lust auf mehr. Daneben schmücken schöne Moment-Aufnahmen von Lea Linster das Buch, die mit ihrer sehr schönen positiven Ausstrahlung einen ansteckt und glücklich macht.

Das Buch ist wie der Titel schon vorgibt in vier Jahreszeiten eingeteilt: Frühling „Endlich, es gibt junges Gemüse in Hülle und Fülle“, Sommer „Ich liebe die große Auswahl an Früchten vor der Haustür“, Herbst „Freuen wir uns auf die bunten Farben und die Erntezeit“ und Winter „Jetzt kann die festliche Jahreszeit kommen – und liebe Gäste“. Jedes Kapitels schließt mit einem saisonalen Menüvorschlag mit detailliertem Arbeitsplan ab. Den Abschluss bildet ein Rezept-Register und ein kleines Glossar mit Tipps von Lea Linster.

Lea Linster hat in diesem Buch ein paar Klassiker (wie Salat Niçoise, Kalbstafelspitz … ) und mehr als 100 neue Rezeptkreationen aufgenommen. So ist für jeden Etwas dabei. Zusätzlich sind in diesem Buch die vegetarischen Gerichte gleich zu Beginn mit einem grünen Stern gekennzeichnet.

Die Rezepte sind etwas anders aufgebaut, als in gängigen Kochbüchern. Zuerst beschreibt Lea Linster die Zubereitungsschritte und schließt mit der Zutatenliste ab. Wie an alles Neue muss man sich erst daran gewöhnen.

Beim Lesen der Rezepte hat man das Gefühl, als würde Lea Linster neben einem stehen und mit ihren liebevollen Erklärungen unsere Handgriffe leiten. Ihre Rezepte sind einfach und klar beschrieben und gut verständlich. Sie zeichnen sich durch eine klare übersichtliche Linie aus.

Für Lea Linster sind in erster Linie qualitativ gute Produkte wichtig. Sie verwendet nicht so viele Gewürze, dafür nimmt sie frische Kräuter und unterstützt damit den natürlichen Geschmack der Zutaten. Ihrem Leitspruch „Eine Karotte muss nach Karotte schmecken“ bleibt sie treu. Ihre Art zu Kochen dient dazu, „den Eigengeschmack der Produkte hervorzuheben und zu veredeln und nicht zu überdecken“.

Der natürliche Geschmack der Zutaten ist auch der Kern dieses Buches. Nach dem Slow Food Prinzip kommen bei Lea Linster nur saisonale Zutaten aus der Umgebung auf den Tisch. In der Einfachheit liegt ihre Stärke. Es gibt kein Brimborium und keine langen Zutaten-Listen. Sie zaubert das Besondere mit den einfachen Zutaten. Ein Hauch von luxemburgischer Leichtigkeit zieht sich durch ihre Kompositionen.

Lea Linster gesteht zum Beispiel, dass sie Kartoffeln liebt. So sucht sie nach immer neuen Möglichkeiten, diese in Szene zu setzen. So kocht sie Pellkartoffeln, höhlt diese aus und setzt ein Eigelb hinein und serviert diese mit Ruccola-Pesto. Sie zeigt, dass man mit ganz einfachen Tricks aus alltäglichen Zutaten etwas Besonderes servieren kann.

So serviert sie den Spargel hier mit Burrata oder bereitet eine Terrine mit grünem Spargel zu. Wie wäre es mit einem Avocado-Orangen-Salat mit weißem Spargel? Oder Entenleber auf Chicorèesalat mit Orangenvinaigrette? Oder Spinatflan oder Linsensüppchen mit Limettensahne? Diese einfachen und zugleich besonderen Kreationen sind Lea Linsters Markenzeichen.

Wer gern saisonale Produkte aus der Region zubereitet, wird von diesem Buch begeistert sein. Das Buch ist voll mit einfachen Rezepten mit dem „Wow-Effekt“.

Mir persönlich gefallen die schönen saisonalen Salate sehr. Sei es auch so einfach, ein Salat gehört für mich zu jedem Essen. So habe ich zuerst ein paar Salate ausprobiert und jedesmal war der Raum mit genüsslichen „Hhmmhs“ erfüllt.

  1. Lea-Linster-4-Jahreszeiten2Ganz oben auf meiner Liste stand der Feldsalat mit Kirschtomaten und Datteln. Auf dem Markt hatte ich noch Feldsalat vom Bauern ergattert und so stand diesem Genuss nichts mehr im Wege. Die Datteln machen sich wirklich gut und harmonieren wunderbar.
  2. Lea-Linster-4-Jahreszeiten3Als nächstes kam ein saisonaler Salat mit Hähnchenbrust auf den Teller. Lea Linster bereitet ein Frühlingssalat für das Hühnchen zu, aber ich habe notgedrungen zu einem Wintersalat gegriffen. Die Kombination war lecker, leicht und schön frisch.
  3. Lea-Linster-4-Jahreszeiten4Den Gourmet Salat von Lea Linster musste ich natürlich auch ausprobieren. Wir waren einfach begeistert. Der steht auf der Wiederholungsliste ganz oben.
  4. Lea-Linster-4-Jahreszeiten5Ein paar Salate stehen noch auf meiner Liste, aber ich musste auch ein paar Hauptspeisen ausprobieren. Zuerst machte ich die besonderen „Pellkartoffeln mit Ei und Ruccola-Pesto“. Ich habe die Kartoffeln mit Ei im Backofen etwas warm gehalten, bis ich servieren konnte. Aber die Eier waren immer noch in der Mitte weich fließend. Ein Genuss mit leckeren Kartoffeln. Unglaublich. Wenn man Eier und Kartoffeln mag, sollte man diese Kombination wirklich ausprobieren.Lecker.
  5. Lea-Linster-4-Jahreszeiten6Am Wochenende gab es dann Entrecote mit Schalotten-Rotwein-Butter.
  6. Lea-Linster-4-Jahreszeiten7Dann musste ich natürlich auch die Kartoffel-Galettes mit Radicchio-Confit machen. Lea Linster hat recht, das Radicchio-Confit sieht nicht so fotogen aus, aber schmeckt sehr gut zu den Kartoffel-Galettes. Dafür werden die Kartoffeln nur gerieben und ganz trocken ausgedrückt und langsam in einem Ring in der Pfanne ausgebacken. Da ich noch keine Ringe habe, sind meine Galettes nicht perfekt rund :) aber geschmeckt haben sie trotzdem sehr gut. Diese besonderen Kartoffelpuffer brauchen etwas Übung und viel Ruhe :)
  7. Lea-Linster-4-Jahreszeiten8Zum Tee habe ich die Korinthenkekse gebacken, die ich zu meinem Nachmittagstee genieße. Köstlich auch nach der Weihnachts-Plätzchen-Zeit.

Mein Fazit: Ganz klar und einfach: *****Fünf Sterne: Leichte und genussvolle Jahreszeiten Küche mit einem Hauch luxemburgischer Leichtigkeit.

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