Es ist wieder so soweit, Astrid von „ArthursTochterKocht“ hat zu einer Rezensions-Marathon-Woche vom 26.5. 2014 bis 01.06.2014 aufgerufen.

Nur noch drei Tage rezensieren Foodbloger ihre Genussbücher :) Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!

 

 

 

Titelbild„Königlich und Köstlich. Rezepte und Geschichten aus dem britischem Königshaus“ von Carolyn Robb, erschienen bei Callwey Verlag 2013.

*****Fünf Sterne: Ein feines Buch mit vielen köstlichen kleinen Speisen für Brunch, Lunch und Tea-Time. Es ist sehr schön und beruhigend zu lesen, dass hier bodenständige, gute und saisonale Hausmannskost ohne Extravaganzen gekocht und verspeist wird. Die kleinen Anekdoten vom Hofe machen dieses persönliche Kochbuch zu einem wunderschönen Erlebnis.

Die Spitzen-Köchin Carolyn Robb ist in Südafrika geboren und hat ihr Diplom in der Cordon-Bleu-Kochschule gemacht. Danach bekam sie die Chance, am britischen Königshaus zu arbeiten. So fing eine 13 Jahre währende Kochkarriere im britischen Königshaus an. Davon hat sie 11 Jahre für Prinz Charles und Prinzessin Diana gearbeitet. Sie hat das Paar überall hin begleitet und in Schiffen, Zügen und Feriendomizilen für die Familie und Abendveranstaltungen gekocht.

In der Einleitung erzählt uns Carolyn Robb ausführlich über ihren Werdegang im britischen Königshaus und ihre Arbeitszeiten, Reisen und Erlebnisse mit der Familie. Das Buch ist mit vielen Fotos von Mitgliedern des Königshauses, kleinen Karten, Einladungsschreiben, Menüvorschlägen und Dankeszeilen von Prinz Charles, Prinzessin Diana und ihren Söhnen wunderschön illustriert. Natürlich fehlt auch die Einladung zur berühmten „Garden-Party“ der Queen nicht.

Sarah Champier war für die Blumenarrangements am Hofe zuständig und hat für dieses Buch einige Dekorationsideen zusammengestellt, die auf doppelseitigen Fotos zwischen den Kapiteln ihren Platz finden. Ob Aurikel in der Porzellanschale, Lavendel im Korb, schöne Rosen oder Gestecke mit Hortensien oder Frühlingsblüten, ob Dinner im Sommer oder Winter oder Nachmittags im Garten, die Blumen auf den Tischen mussten toll aussehen und zum Tisch und Ereignis passen.

Die Fotos sind professionell, wunderschön und mit viel Liebe zum Detail arrangiert und zeigen die schön gedeckten Tische und Speisen. Es sind auch viele Fotos von den Mitgliedern des Königshauses bei besonderen Anlässen abgebildet.

Carolyn Robb schreibt, dass eine gute Vorbereitung und Planung für sie sehr wichtig waren, insbesondere wenn sie das Prinzenpaar auf ihren Reisen als Köchin begleitete. Besonders auf Schiffsreisen, wenn man nicht immer frische Zutaten bekommen konnte, war die gute Planung unentbehrlich, da sie alles mitnehmen musste. Die Menüs musste sie im Voraus planen und auf alle Gegebenheiten vorbereitet sein. Sie schreibt, dass sie gerne die frischen Zutaten der Saison aus den Gärten des Hofes bezog und immer darauf bedacht war, saisonale Zutaten zu verwenden.

Es ist allgemein bekannt, dass insbesondere Prinz Charles viel Wert auf den biologischen Anbau, die Nachhaltigkeit und Umweltschutz legt. Wenn Carolyn Robb von ihrer Zeit als Köchin im Kensington Palace erzählt, wird einem dies noch einmal bewusst. Sie erzählt, dass sie gemeinsam Pilze suchen gingen. Die Pilzkunde bekam sie von keinem geringeren als Antonio Carluccio unterrichtet. Sie wurde auch zu mehrwöchigen Lehrgängen nach Italien oder Frankreich geschickt und lernte überall etwas Neues dazu und baute diese in ihre Menüs ein.

Das Buch ist grob in zwei Hälften eingeteilt: zum einen die herzhaften Speisen und zum anderen die Süßspeisen. In insgesamt zehn Kapiteln serviert uns die Autorin herrliche Häppchen, üppige Brote, Vorspeisen und Suppen, Hauptgerichte für sonnige Tage und milde Abende, Hauptgerichte für den Winter, göttliche Desserts und nostalgische Nachspeisen, Kekse und Kleingebäck, Kuchen, Essen für Kinder und aus dem Einmachglas. Im Anschluss findet man ein Rezepte-Register.

Die Rezepte leitet die Autorin mit kleinen Erzählungen, Anekdoten und Informationen ein. Sie sind klassisch aufgebaut, links die Zutatenliste und rechts die Zubereitungsschritte. Die Zubereitungsschritte sind ausführlich und gut umzusetzen.

An der Fülle für kleine Häppchen und Broten, Plätzchen und Kuchen erkennt man schon die Liebe der Engländer, Kleinigkeiten zum Tee zu genießen. Die Gurken-Sandwiches sind nicht darin aufgelistet, aber die Rezepte zum Nachbacken von Scones, Bananenbrot, Caprese-Törtchen, Bruschetta mit dicken Bohnen, Mini-Chicken-Pies, Käse-Tomatenbrot und Spinat-Feta-Dreiecke, die die Autorin in Istanbul kennen und lieben gelernt hat. Carolyn Rodd erzählt uns, wie sie bei einer Reise nach Sri Lanka einen großen Vorrat an Zimt mitgebracht hat und alle Rezepte mit Zimt ausprobiert hat, so hat sie auch für uns ihre Zimtschnecken mit Pekannüssen aufgeschrieben.

Aber auch Fleisch-, Geflügel- und Fischgerichte sind im Menüplan. Als Nachspeisen finden wir natürlich „Eton Mess“ und „Trifle Royal“ neben „Apple Crumble, Victoria Sponge, Lemon Tarte, Bread and Butter Pudding“. Die Süßspeisen und kleinen Gerichte überwiegen in diesem schönen Buch.

Im Kapitel „Eingemachtes“ erfahren wir die Rezepte für Apfelkraut, Aprikosenkonfitüre, Erdbeer-Maracuja-Konfitüre, Lemon Curd, Sirup und Apfelchutney. Sehr schön finde ich die kleinen Notizen und Empfehlungen der Autorin zu den Rezepten. Wie man etwas servieren oder abwandeln kann oder was gut zu einander passt. Man hat das Gefühl, als würde man mit ihr übers Kochen, Planen und Servieren plaudern. Die Anekdoten geben noch den besonderen persönlichen Touch.

Carolyn Robb erzählt uns, dass die Prinzessin Diana gerne gefüllte Auberginen gegessen hat, weshalb Carolyn Robb häufig mit Bulgur, Tomaten und Feta gefüllte Auberginen servierte. Auch „Lamm mit Minzsauce auf Salat mit Fetakäse und Oliven“ gehörte zu den Lieblingsgerichten der Prinzessin. Wir erfahren auch, was die kleinen Prinzen als Kinder gern gegessen haben und wie die Autorin den „Schokoladen-Keks-Kuchen“ für sie machte. Prinz William hat diesen Kuchen sogar als „Bräutigamstorte“ für seine Hochzeit gewünscht. Auch Prinzen essen also gern Tomatensuppe, Würstchen mit Kartoffelpüree und kalten Schokoladen-Keks-Kuchen zum Nachtisch.

Es ist sehr schön und beruhigend zu lesen, dass hier bodenständige, gute und saisonale Hausmannskost ohne Extravaganzen gekocht und verspeist wird. Diese kleinen Anekdoten vom Hofe machen dieses persönliche Kochbuch zu einem wunderschönen Erlebnis.

Ich habe auch ein paar Rezepte ausprobiert:

Pochierte-EierPochiertes Ei auf Stampfkartoffeln: Nachdem ich bei Gordon Ramsay gelernt habe, wie man pochierte Eier macht, habe ich natürlich pochierte Eier auf Kartoffelpüree und Pesto-Sauce serviert. Eine tolle Zusammenstellung. Das Eigelb fließt auf das Kartoffelpüree und schmeckt herrlich cremig.

LammsalatLammfleischsalat mit Minz-Vinaigrette: Zum Hauptgang gab es Lammfilet auf Salat mit Minze. Ein sehr erfrischender und leckerer Salat im Sommer.

Eton-Mess

 

Eton Mess: Die Entscheidung für den Nachtisch war sehr schwer, aber am Ende gab es „Eton Mess“ schön zu einem Turm geschichtet mit frischen Erdbeeren und Himbeeren. Einfach lecker.

Fazit: Ein feines Buch mit vielen köstlichen kleinen Speisen für Brunch, Lunch und Teatime. Es ist sehr schön und beruhigend zu lesen, dass hier bodenständige, gute und saisonale Hausmannskost ohne Extravaganzen gekocht und verspeist wird. Die kleinen Anekdoten vom Hofe machen dieses persönliche Kochbuch zu einem wunderschönen Erlebnis.

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