Arthurs Tochter Kocht hat zum Blogevent: „Genusbücher: Jeden Tag ein Buch“ aufgerufen. Hierzu ist auch eine Linkseite auf facebook eingerichtet worden.

An diesem Food-Blog-Event möchte ich natürlich teilnehmen und mit Euch die Bücher teilen, die ich in letzter Zeit häufig benutzt oder sehr gerne gelesen habe :)

Heute möchte ich Euch ein Buch über die „Amerikanische Riviera“ – wie Kalifornien auch genannt wird – vorstellen.

 

 

 


Annemaria Lenze. California: Die neue Genussküche der amerikanischen Riviera. Kosmos Verlag, 2011

Das Buch ist mit viel Liebe zum Detail einfach wunderschön gestaltet worden. Wenn man mit der Hand über den Umschlag streicht, fühlt man den Sand der kalifornischen Küste auf der Handfläche kribbeln. Schon ist man gedanklich in Kalifornien und träumt von den Genüssen.

Das Buch ist in vier große Kapiteln eingeteilt: Santa Barbara, Carpinteria, Santa Rita Hills, Santa Ynez Valley. Diese sind nochmal in viele kleine Kapiteln eingeteilt, die alle mit Fotos und allgemeinen Informationen über die Region und deren Spezialitäten eingeleitet werden.

Die amerikanische Riviera ist eine der fruchtbarsten Gegenden überhaupt. Hier fühlen sich viele Bio-Farmer wohl und bauen Gemüse und Obst an. Seit den 1970er hat sich auch eine neue Weinkultur mit über 130 Weingütern entwickelt. Daneben bietet der Pazifik eine reiche Auswahl an frischen Fischen und Meeresfrüchten an. In den letzten Jahren hat sich dieses Gebiet zum kulinarischen Juwel entwickelt. Durch die Küstenlage bietet die kalifornische Küche eine leichte und gesunde Küche an, die genauso vielfältig und multi-kulturell ist wie Kalifornien selbst. Hier leben Spanier, Mexikaner, Italiener, Franzosen, Deutsche, Östereicher, Asiaten und viele mehr zusammen. Aus diesem Grunde wird die „Fusion Cooking“ hier gelebt und genossen.

Die Autorin hat auf ihren vielen Reisen und Besuchen bei Weingütern, auf Farmen und Märkten viele authentische Rezepte gesammelt und in diesem Buch festgehalten. Einige der über 140 Rezepte kommen Einem zum Teil bekannt vor, aber bei genauerem Lesen entdeckt man den besonderen „Twist“. So scheinen die Köche neue Variationen auszuprobieren, als wollten sie von Allem den besten Geschmack nehmen und zu einem Hochgenuss kombinieren. Da werden bekannte Genüsse in einer neuen Kombination serviert, das einfach lecker ist. Zum Beispiel wird die mexikanische/spanische Tortilla mit Sprossen (asiatische Küche), Cheddar (englisch sprachiger Raum) und Humus (Vorderer Orient) zu einem „California Wrap“ fusioniert. Es entsteht eine sagenhafte Kombination, die einfach Spaß macht und köstlich ist.

Die Einleitungen der Autorin zu den Kapiteln lesen sich wie schöne Reiseberichte und sind sehr informativ. Ich habe sehr viel über Kalifornien erfahren, was ich bisher nicht wusste. Sie entführt uns mit Fotos und Ihren Berichten auf die Fischmärkte von Santa Barbara, zu den Festen in Mexiko, zu den malerischen Landschaften von Carpinteria, den Lavendelfeldern in Santa Ynez Valley, die an die Provence erinnern, zu den Olivenfarmern und vieles mehr. Die rauen Berghänge der Santa Rita Hills scheinen Alles für eine gute Rinderzucht zu bieten. So sieht man die legenderen Cowboys auf ihren Pferden die Rinderherde begleiten. Dies scheint auch die Gegend für die berühmten „Californischen Walnüsse“ zu sein. Ein paar Seiten später beschreibt die Autorin die kalifornisch-asiatische Küche mit Reisröllchen und Sashimi.

Dieses Buch nimmt Sie mit auf eine Genussreise zur fusionierten Weltküche an einer Küste: leichte mediterrane Küche, feine asiatische Küche, würzige mexikanische Küche und natürlich viel Fisch, Meeresfrüchte, Salate, Steaks und klassische Rezepte der amerikanischen Küche. Viel Spaß beim Schmökern!

Ich habe gekocht:

1. Rote-Bete-Carpaccio mit Feldsalat und Ziegenkäse: Ein Klassiker für mich, den ich zu gegebener Zeit sehr gern und häufig esse. Für die Vinaigrette habe ich den Senf reduziert. Der Salat schmeckt auch ohne Champagner und Trüffelöl in der Vinaigrette gut.

2. California Wrap: Ich habe die Tortillas selbst gebacken, so dass bei mir das Erhitzen im Backofen entfiel. Den Humus mache ich sehr oft als Meze. Ansonsten habe ich nur Alfalfa-Sprossen und etwas Kresse benutzt. Dann werden die Tortillas mit Humus bestrichen, mit geraspelten Karotten, Paprikaschoten, Zwiebeln (ich habe Frühlingszwiebeln genommen, weil ich die anderen so roh nicht vertrage), Babyspinat, Käse, Avocado und Sprossen belegt und gerollt. Mit etwas Übung geht das ganz gut.

3. Santa Barbara Caprese: Da ich gerne italienische Tomaten-Mozzarella gerne zum Brunch esse, habe ich auch diese Variante zusätzlich mit Avocadoscheiben und einer Vinaigrette aus Olivenöl und Limette probiert. Auf die Kapern habe ich allerdings verzichtet, da ich Kapern nicht so sehr mag.

4. Rindersteaks mit Ingwer mariniert: Bereits bei meinem Aufenthalt in Asien habe ich die Vorzüge der Ingwermarinade kennengelernt, so dass ich dieses Rezept natürlich ausprobieren musste. Das Fleisch wird durch den geriebenen Ingwer und Knoblauch richtig schön zart. Allerdings liebe ich Erdnuss- und Sesamöl mehr als Gewürz als Kochöl, so dass ich diese für die Marinade zu gleichen Teilen mit leichtem Olivenöl strecke. Ich nehme Sesamöl auch nur zum Abschmecken und nicht zum Kochen.

5. Auberginen Panini mit Tapenade: Dies ist ein Muss für alle Auberginen und Olivenliebhaber, also mich :) Die Panini werden zum Teil mit Knoblauchöl und mit Tapenade bestrichen und dann mit Tomaten, gebratenen Auberginenscheiben und Mozzarella belegt und entweder gegrillt oder im Sandwichtoaster gebacken. Ich habe zwar kein Sandwichtoaster aber so etwas ähnliches. Es hat wunderbar funktioniert.

6. Quesadillas mit Avocado: Quesadillas liebe ich einfach, so dass ich natürlich diese mit Avocado auch ausprobieren musste. Die Avocados werden kurz gegrillt und dann auf die Tortillas verteilt. Da meine Acocados schon ziemlich reif waren, habe ich sie nicht gegrillt, sondern so auf die Tortilla verteilt und darüber den Käse, die Frühlingszwiebeln und die Chili gegeben. Sie schmecken fast so wie die Gözleme von meiner Großmutter 😉

7. Pfirsich Cobbler: Die „Cobbler“ kenne ich aus England. Neu war für mich der Ingwer über den Pfirsichen. Das gibt dem Ganzen etwas mehr Feuer. Brauner Zucker mit Zimt und Muskat macht sich richtig gut. Für mich muss der Amaretto nicht unbedingt sein, so dass ich diesen meistens nicht nehme. Ich liebe die Früchte-Cobbler mit wirklich vielen Früchten und weniger Teig. Deshalb habe ich auch doppelt soviel Pfirsiche genommen als im Rezept angegeben. Die Auflage ist bei „Cobbler“ weicher, so dass Backpulver in den Teig kommt, während bei „Crumble“ die Streusel ohne Backpulver und ohne Ei schön kross werden. Dazu essen wir gerne Vanilleeis oder Vanillesauce.

 

 

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