Einmal in der Woche gehe ich zum Bio-Bauernmarkt und kaufe saisonale Produkte aus der Region ein. Ich genieße es richtig, die frischen Produkte zu sehen, auszusuchen und zu kaufen. Einer dieser tollen Stände bietet auch in die Vergessenheit geratenen Knollen wie Steckrübe und Topinambur an.

topinamburknolle

Topinambur (botanische Bezeichnung: Helianthus tuberosus) ist mit der Sonnenblume verwandt und kommt ursprünglich wahrscheinlich aus Mexiko und wird heute hauptsächlich in Nord- und Mittelamerika angebaut. Sie gilt als Kulturpflanze des indianischen Volkes „Tupinambá“ woraus sich auch die Bezeichnung „Topinambur“ ableitet.

Erst Anfang des 17. Jahrhunderts brachten die Franzosen die Knolle nach Europa und bezeichneten sie als die „Indianer-Kartoffel“. Die Knolle gewann wachsender Popularität und wird heute überall in Europa angebaut. Die anspruchslose Pflanze wird meist einjährig kultiviert und geerntet.

Im englischen Sprachraum wird die „Topinamburknolle“ die „Jerusalem Artischocke“ genannt. Der Grund hierfür liegt vermutlich darin, dass die päpstlichen Gärtner in Italien die „Topinambur“ als „girasole articiocco (Sonnenblumen-Artischocke)“ bezeichneten. Aus „girasole“ wurde im englischen Raum mit der Zeit „Jerusalem“. Die Gründe für diese Namenentwicklung können wohl nicht eindeutig geklärt werden. Es steht aber fest, dass diese Pflanze nichts mit Jerusalem zu tun hat.

Die Topinamburknolle wird mit der Kartoffel verglichen, aber die Knolle besteht hauptsächlich aus Wasser und wenig Kohlenhydraten. Allerdings enthält Topinambur etwa 16% „Inulin“ und ist deshalb besonders bei Diabetikern sehr beliebt. Die Homöopathie hat die Topinamburknolle auch für sich entdeckt und setzt sie in verschiedenen Bereichen ein.

Topinambur schmeckt süßlich und kann sowohl roh im Salat als auch gegart genossen werden. Man könnte den Einsatz von Topinambur eventuell mit der Karotte vergleichen; Sie können die Knollen schälen und in den Salat raspeln, oder in Scheiben geschnitten backen, braten oder frittieren. Die Knollen machen sich auch sehr gut als Ofengemüse mit Karotten und Pastinaken. Für mich persönlich ist sie eine sehr willkommene Abwechslung im Winter.

Die Winterzeit ist bei uns auch als intensive Suppenzeit sehr beliebt. Deshalb liegt es auch nahe, dass ich Euch als erstes eine „Topinambursuppe“ vorstelle. Diese Suppe ist sehr einfach und schnell zu kochen und schmeckt sehr sehr lecker. Nachschlag wird garantiert gefordert. Mit knusprigem Brot ist sie ein leichtes wärmendes Abendessen :) Guten Appetit! Afiyet olsun!

Zutaten
  • 1 EL Butter
  • 3 EL Rapsöl
  • 2 Zwiebeln, grob gewürfelt
  • 1 Karotte, grob gewürfelt
  • 1 kleine Stange Lauch, in Streifen geschnitten
  • 1/4 Sellerieknolle, gewürfelt
  • 500 g Topinambur, geschält und grob gewürfelt
  • 2 kleine Kartoffeln, geschält und grob gewürfelt
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 1 Zweig frischer Salbei (etwa 6-8 Blätter)
  • 1/2 l frische Vollmilch
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Zubereitung
  1. In einem großen Topf Butter mit Rapsöl erhitzen und Zwiebeln glasig dünsten. Das Gemüse hinzufügen und ein paar Minuten gut anbraten. Mit Gemüsebrühe aufgießen und zum Kochen bringen. Salbei hinzufügen. Suppe mit Salz und Pfeffer würzen und zugedeckt bei mittlerer Hitze garen.
  2. Nach etwa 30 Minuten müsste das Gemüse weich sein. Nun den Salbei entfernen und das Gemüse mit einem Mixstab fein pürieren. Bitte vorsichtig mixen, die Suppe ist sehr heiß und kann spritzen.
  3. Milch in die pürierte Suppe einrühren und die Suppe noch einmal aufkochen und eventuell abschmecken. Warm mit Brot servieren.