Ein unbedingtes Muss für Alle, die gern heimische Produkte aus dem Garten oder vom Markt für den Winter haltbar machen wollen. Ein Genuss für alle Einmachliebhaber.

Im Vorwort schreibt Hugh Fearnley-Whittingstall, dass er von „Pam the Jam“ zum erstenmal in Zusammenhang mit ihrer Manufaktur „Thursday Cottage Preserves“ gehört hatte, die bekannt dafür ist, dass sie auf ganz altmodische Art und Weise in der heimischen Küche aus bodenständigen Zutaten Konfitüren herstellt. So war es für ihn selbtverständlich, dass er sie holte, als er Kurse zum „Einmachen“ im River Cottage plante.

Pam Corbin hatte mit Ihrem Ehemann die Manufaktur „Thursday Cottage Preserves“ im Jahre 1963 im gleichnamigen Cottage gegründet und diese bis 2002 geführt. Sie ist in England die „Grande Dame des Einmachens“. In jeder Zeile, die aus ihrer Feder stammt, spürt man ihre Leidenschaft für die Produkte, die sie verwendet und herstellt.

Früher war das „Einmachen“ mehr eine Notwendigkeit, damit man im Winter, wenn frische Zutaten rar waren noch etwas hatte. Heute mit der freien Marktwirtschaft und Erdbeeren über das ganze Jahr hinweg, verschieben sich die Bedürfnisse. Alles kann man immer irgendwo kaufen, wenn nicht im Laden um die Ecke, dann bestimmt im Internet. So ist in den letzten Jahrzehnten das Einmachen zu einer Angelegenheit von Müttern und Großmüttern verkommen. Aber seit ein paar Jahren scheint sich etwas in der neuen Welt zu bewegen. Die Menschen legen mehr Wert auf saisonale Produkte und Genüsse und kochen mehr selbst zu Hause. Man möchte selbst bestimmen, was im Marmeladenglas drin ist und wenn möglich heimische Produkte der Saison verwenden.

Da kommt das Buch von Pam Corbin gerade zur richtigen Zeit. Wir können viel von ihren jahrzehntelangen Erfahrungen lernen. Wenn sie erzählt, klingt alles sehr logisch und sooo einfach. Das macht eine gute leidenschaftliche Lehrerin aus.

Ich gehöre zu der Großmutter-Mutter-Fraktion. Da ich bei meinen Großeltern aufgewachsen bin, war es für mich immer selbstverständlich Marmelade und Konfitüre in der Saison zu kochen und Tomatensauce für den Winter in Gläser zu füllen. Aber es gibt ein paar Kleinigkeiten, die mich immer noch beschäftigten und die ich nicht lösen konnte. Meine Großmutter war zu schnell von uns gegangen, so dass ich sie nicht mehr fragen konnte, warum manche Früchte einfach gelieren und andere nicht und warum wird die Schale von einigen Früchten schnell breiig und bei anderen kann ich Stunden kochen und sie bleiben hart oder warum schäumt die eine Marmeladenmischung so auf und andere nicht oder warum wird mein Gelee nicht so schön klar wie andere. Was schon wie ein Fragenkatalog für einen Chemiker aussieht, ist für Pam mit einfachen Bemerkungen schnell zu beantworten. Sie schreibt ganz klar und nachvollziehbar, wie man welche Früchte kochen soll und worauf man achten muss. Sie hat für alle meine Fragen eine einfache und verständliche Antwort. Für mich brachte das Buch sehr viele Aha-Erlebnisse; ich habe viel gelernt. Alle meine anderen Einmachbücher voller interessantester Rezepte kann ich nun aussortieren und entsorgen.

Pam Corbin führt uns in den ersten Kapiteln (Jahreszeiten und die Regeln) in die Grundlagen des „Einmachens“ ein und motiviert uns, saisonale einheimische Produkte zu verwenden und eigene Rezepturen zu entwickeln. Sie hat das Buch in fünf Rezept-Kapiteln eingeteilt: Konfitüren, Marmeladen & Gelees, Pickles, Chutneys & Relishes, Sirupe, Liköre & Essige, Eingemachte Früchte & Gemüse, Saucen, Ketchups & Ölkonserven.

Natürlich beginnt der Rezepteteil mit zwei Variationen zu „Marmelade aus Bitterorangen“. Wir finden Rezepte zu Erdbeer- und Himmbeerkonfitüre, Johannisbeergelee und Konfitüre, Rhabarberkonfitüre, Pflaumenkonfitüre, Blütengelees, Lemon Curd Variationen, beliebte Chutneys, Relishes, in Essig Eingelegtes, Liköre, verschiedenen Öle und Essige, Schmortomatenketchup und vieles vieles mehr. Mit 75 Rezepten gibt sie uns ein gutes Fundus.

Ihre Rezepte sind klar formuliert, leicht zu verstehen und nachzuvollziehen und sie funktionieren prima. Zu jedem Rezept schreibt sie ausführlich worauf man achten muss, wie man eventuelle Probleme lösen kann und wie die Sachen hundertsprozentig funktionieren. Es fühlt sich so an, als würde sie neben mir stehen und mich anleiten und mir auf die Finger gucken. Ein gutes Gefühl. Sie gibt mir Sicherheit und zeigt, dass man mit einfachen Küchenutensilien tolle Sachen „Einmachen“ kann. Für mich sind die Erläuterungen, Erfahrungsberichte und Anwendungstipps die absoluten Basics, auf die ich aufbauen kann.

Natürlich habe ich auch einiges schon einmal ausprobiert. Zuerst habe ich nach der Anleitung von Pam meine beiden Lieblingsmarmeladen gekocht. Köstliche reife Aprikosen und süße knackige Schwarzkirschen aus der Türkei. Herrlich und so lecker ganz ohne Pektin oder sonstige Zugaben. So muss Großmutter sie auch gekocht haben :) :) :) .

aprikosen-kirschen-marmelade

Die Hitze in Deutschland verleitete mich zur Großproduktion an Minzsirup und Zitronensirup. Wir haben beides ausprobiert und auch mal zusammen gemischt und sind zu der Überzeugung gekommen, dass uns der Zitronensirup als Kaltgetränk erfrischender und das Minze-Kaltgetränk süffiger schmeckt. Beides einfach lecker mit kaltem Mineralwasser.

minzsirup
zitronensirup

Dann habe ich mir ein frisches Gemüsebouillon-Mix mit frischem Koriander gemacht.

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Natürlich musste ich auch ein Lemon-Curd mit Apfel ausprobieren. Einfach lecker.

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Als nächstes kommt Schmortomatenketchup.

Fazit: Ein unbedingtes Muss für Alle, die gern heimische Produkte für den Winter haltbar machen wollen. Ein Genuss für alle Einmachliebhaber.