Jedes Jahr am 10. Muharrem des islamischen Kalenders ist Aşure Tag. Es findet nach den großen Festen zum Beginn des neuen islamischen Kalenderjahres statt (Muharrem ist der erste Monat im islamischen Kalender). Wie die Inder zu Diwalli feiern wir eine Woche ein Dankesfest mit unseren Familien, Freunden und Nachbarn. Am schönsten ist ein Dankeschön mit etwas Süßem.

Unser Großvater hat uns als Kinder jedes Jahr ein schönes Kindermärchen zum „Aşure“ Tag erzählt. Er erzählte von Noah, seiner Familie, der Arche und den Tieren. Großvater erzählte, dass Noah auf ein göttliches Zeichen wartete und dass es lange dauerte und dass jeden Tag die Vorräte weniger wurden. Eines Tages hätten sie die letzten Körner in den Säcken ausgeschüttelt, diese zusammen gekratzt und zu einem Brei gekocht – „Aşure“. Großvater erzählte, dass wir jedes Jahr „Aşure“ kochen, weil wir uns für das Leben bedanken wollen, dass wir mit unseren Familien, Freunden und Nachbarn teilen und genießen dürfen. Während Großvater uns mit seinen Geschichten beschäftigte, kochte Großmutter „Aşure“. Wir waren natürlich sehr neugierig und fragten Großvater aus über Noah, seine Familie, die Tiere und was sie alles hatten oder nicht hatten und Großvater antwortete geduldig und bildhaft. Natürlich ist dies nur ein Kindermärchen und nicht der wahre Grund hinter diesem Tag, aber wir liebten die Geschichten von Großvater.

In Deutschland kochte unsere Mutter jedes Jahr „Aşure“ und wir Kinder verteilten Portionen an alle unsere Nachbarn, die aus den verschiedenen Teilen der Erde kamen und erzählten unsere Geschichte und aßen mit ihnen unseren Dankes-Pudding.

Wir achten nur darauf, dass wir mindestens zehn verschiedene Zutaten für diesen Pudding verwenden. Sie können alle ihre Lieblingskörner, Hülsenfrüchte und getrocknete Früchte nehmen und es mal ausprobieren. Meine Mutter liebte Bohnen, Kichererbsen, Nacktgerste oder geschälten Weizen und Reis für diese Speise. Wir schnitten die getrockneten Früchte und Nüsse und Mandeln zurecht. Zum Schluss saßen wir alle versammelt um den Tisch und genossen unseren süßen Brei mit Zimt bestreut. Einfach himmlisch cremig, aromatisch, süß und nussig.

Wir lieben diesen Pudding recht dickflüssig, aber wenn Sie ihn flüssiger wollen, geben Sie etwas mehr Milch hinzu. Nach einer Zeit wird der Pudding automatisch fester, auch dann ist etwas Milch ganz hilfreich, um den Pudding wieder etwas cremiger zu bekommen. Einfach ausprobieren und genießen!

Heute habe ich mich für die glutenfreie Version entschieden und habe Quinoa, Amaranth, Hirse und Reis genommen, die ich mit Zimtstange, Nelken, Sternanis und grünen Kardamom Kapseln vorgegart habe. Dazu habe ich frisch importierte getrocknete Aprikosen von meiner großen Schwester aus der Heimat genommen, ein paar Cranberries waren auch noch da, schließlich noch ein paar Weinbeern, Nüsse, Mandeln und Pistazien. Ein paar Granatäpfel aus Antalya waren auch noch im Koffer. Die Granatapfelkerne machen sich sehr gut und geben dem Ganzen eine frisch-fruchtige Note. Diesen Brei können sie natürlich sowohl warm als auch kalt genießen. Gemahlener Zimt zum Garnieren macht sich ebenfalls gut. Viel Spaß! Guten Appetit! Afiyet olsun!

Zutaten
  • 100 g Quinoa
  • 100 g Amaranth
  • 100 g Hirse
  • 150 g Milchreis
  • 1 Messerspitze Salz
  • 1 Sternanis
  • 1 Zimtstange
  • 5 Nelken
  • 5 grüne Kardamomkapseln, aufgeschlitzt
  • Etwa 2 l Milch
  • 150-200g Zucker
  • 50 g Cranberries
  • 50 g Weinbeeren oder Rosinen
  • 100 g getrocknete Aprikosen, gewürfelt
  • 100 g Mandeln, grob gehackt
  • 100 g Haselnüsse, grob gehackt
  • 40 g Pistazien, grob gehackt
  • 1 Granatapfel, nur die Kerne verwenden
  • Gemahlenen Zimt zum Bestreuen (optional)
Zubereitung
  1. Qinoa, Amaranth, Hirse, Milchreis und Salz in ein Topf geben und mit gut 1 l Wasser auffüllen und aufkochen. Die Gewürze hinzufügen (am Besten in einem Gewürzbeutel oder Teebeutel zum besseren Auffinden später). Den Schaum, der sich beim Kochen bildet, abschöpfen. Die Körner solange kochen bis die Flüssigkeit aufgesogen ist.
  2. Nun die Milch einrühren, die getrockneten Früchte, die Hälfte der Nüsse und Mandeln dazu geben und zum Kochen bringen. Mit dem Zucker abschmecken und unter gelegentlichem Rühren noch 10-15 Minuten bei geringer Hitze kochen. Aufpassen, dass nichts am Topfboden kleben bleibt oder anbrennt.
  3. Die Gewürze entfernen. Den Pudding in die Schalen füllen und mit den restlichen Nüssen, Mandeln, Pistazien und Granatapfelkernen garnieren. Eventuell noch Zimtpulver darüber streuen. Lauwarm oder kalt genießen. Guten Appetit! Afiyet olsun!