Darf ich vorstellen: „Tantuni“ — ein Beispiel aus der türkischen Fast-Food-Schatzkiste!

Vor ein paar Jahren hatte ich eine kleine Umfrage geschaltet und gefragt, was den Europäern bei türkischem Essen einfällt. Das Resultat war überwältigend: Döner Kebab!

Nun bekommt der „Döner“ Konkurrenz von „Tantuni“. Kenner unterscheiden schon zwischen „Döner-Dürüm (Wrap mit Döner)“ und „Tantuni (Wrap mit in der Pfanne gebratenem Fleisch)“.

„Dürüm“ ist das türkische Wort für „Wrap“. Vielleicht haben Sie auch schon zum Beispiel „Kebab Dürüm oder Köfte Dürüm“ auf den Speisekarten gelesen. In Deutschland bekommt man mittlerweile an einigen Fast-Food-Ständen „Tantuni“ mit gemischtem Hackfleisch (Lamm und Kalb), mit geschnetzeltem Kalbfleisch oder Geflügel.

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„Tantuni“ kommt ursprünglich aus Mersin, eine Stadt an der Mittelmeerküste. „Tantuni“ ist eigentlich eine Arme-Leute-Fast-Food-Speise.

Fleisch war in der Türkei schon immer teuer. So wurde das Wenige mit Leber und Lammfett gestreckt. Ganz früher wurde das Fleisch in Brühe vorgekocht, zerkleinert und mit zerkleinerter Leber in reichlich Fett geröstet. Zum Schluss wurden kleingestückelte Tomaten untergehoben und mit Gewürzen abgeschmeckt. Zum Servieren wickeln wir die Fleischmischung in eine türkische Tortilla (Bazlama oder Yufka) mit frischen Kräutern und feingeschnittenen Zwiebeln, türkischen Peperoni und Tomaten. Da ich rohe Zwiebeln nicht so mag, genieße ich meine „Tantuni“ ohne Zwiebeln. Das Lieblingsgetränk dazu ist eine gut gekühlte schaumig gerührte „Ayran“. Einfach köstlich! Guten Appetit! Afiyet olsun!

Zutaten für 4 Personen
Für das Fleisch
  • 2 EL leichtes Olivenöl
  • 1 EL Butter
  • 500 g Kalbfleisch, geschnetzelt
  • bis zu 1/2 TL Chiliflocken (pul biber)
  • 1 Messerspitze gemahlener Kreuzkümmel (optional)
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Für die Füllung
  • 2 kleine Tomaten, fein in Scheiben geschnitten
  • 2 Zwiebeln, fein in Scheiben geschnitten
  • 2 türkische milde Peperoni, fein in Scheiben geschnitten ( Sie können auch Ihre Liebslingspaprikasorte nehmen)
  • 1 handvoll frische Kräuter, fein gehackt (Petersilie, Schnittlauch, Oregano, Thymian, Minze)
Außerdem
  • 4 Tortillafladen
Für den Ayran
  • 500 g türkischen Joghurt
  • 750ml bis 1l kaltes Wasser
  • Salz nach Belieben
Zubereitung
  1. In einer Pfanne Olivenöl und Butter erhitzen und das Fleisch scharf anbraten.
  2. Das Fleisch nach Geschmack gut rösten. Mit Chiliflocken, Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer würzen. Zur Seite stellen und warm halten.
  3. Joghurt, Wasser und Salz in ein Rürhbecher geben und mit einem Rührbesen gut cremig und schaumig schlagen. Den besten Schaum erhalten Sie, wenn Sie ein Mixer (Blender) verwenden. Ayran in hohe Gläser Füllen.
  4. In einer beschichteten Pfanne die Tortillas nacheinander von beiden Seiten jeweil 1-2 Minuten gut erhitzen.
  5. Tortilla auf ein Brett ausbreiten. Am oberen Drittel waagerecht in einer Linie ein Viertel der Fleischfüllung verteilen, dabei an den Längsseiten jeweils 2-3 Finger breit frei lassen. Das Fleisch nach Belieben mit Zwiebeln, Tomaten, Peperoni und Kräutern belegen. Die freigelassenen Längsseiten über die Füllung einklappen und von oben beginnend wie eine Zigarre zusammenrollen. Auf diese Weise alle Tortillas belegen.
  6. Zum Servieren die Tortillas in der Mitte schräg durchschneiden. Mit Ayran servieren. Guten Appetit! Afiyet olsun!

2 Comments

  • einfach köstlich…. kann ich nur zustimmen. Typisch türkisch eben, einfach und raffiniert zugleich.

    • Vielen herzlichen Dank! Manchmal habe ich Angst, dass es zu einfach sein könnte, aber so ist die alltägliche türkische Küche eben :) afiyet olsun!

      Liebe Grüße, Semiha

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