Ein feiner Genuss für alle Sinne! Ein wunderschönes Kochbuch mit leckeren alltagstauglichen Rezepten für die ganze Familie. Michela Hager ist eine leidenschaftliche Köchin und zaubert mit einfachen Zutaten traditionell-bodenständige und authentische Gerichte mit feinem Schliff zum Verwöhnen der Gäste aus ganz Deutschland und der Welt. Eine schönes Zauberbuch für fröhlich-gesellige und wohlig-gemütliche Abende mit Familie und Freunden.

Ein fröhliches Lebensgefühl strahlt die Autorin bereits auf dem Cover dieses wunderschönen Buches aus. Ihr Lachen ist ansteckend und erhellt auch die Laune des Betrachters.

Michaela und Anderl Hager sind gleichberechtigte Küchenchefs, die seit über 20 Jahren erfolgreich ihr gemeinsames Restaurant „Tölzer Schießstätte“ in Wackersberg bei Bad Tölz führen. Seit 2008 kocht Michaela Hager auch beim Bayerischen Fernsehen in der Sendung „Wir in Bayern“. Auf über 200 Seiten hat die Autorin ihre Lieblingsrezepte aus der bayerischen Küche zu diesem Kochbuch zusammengetragen und für uns aufgeschrieben.

Das oberste Gebot für Michaela Hager ist: „Schenke bodenständigen Gerichten mit wenigen Zutaten viel Aufmerksamkeit und laufe nicht jedem Trend nach.“ Für sie sind die authentischen traditionellen Rezepte heilig, die sie nur etwas anknabbert und verbessert oder neu interpretiert. Michaela Hager geht gern mit ihrem Ehemann in der Natur wandern, sie entwickeln neue Ideen und Rezepte, aber wenn das Neue nicht besser als das Alte ist, bleibt sie ihren bewährten Rezepten treu.

Michaela Hager ist der Meinung, dass die Koch-Kunst darin bestehe, dass wenige Zutaten bestmöglich kombiniert den typischen Geschmack des Gerichts voll zur Geltung bringen können. Es gäbe nichts besseres, als das Einfache richtig gut zu machen.

Im Vorwort erzählt sie die Geschichte von ihrer Großmutter, die ihr Freitags immer Pfannkuchen servierte, die so trocken wie Papier schmeckten, „weil sie zum Ausbacken zu wenig Butterschmalz nahm“. Damit hat die Großmutter unbewusst auch den Grundstein für die Entscheidung der Enkelin gelegt, Köchin zu werden. Denn die kleine Enkelin entgegnete einmal: „Das eine sag ich dir. Ich werd`Köchin, und dann koche ich alles mit Butter“.

Die Einleitung trägt die Überschrift: „Nur von Gutem kommt auch was Gutes“. Diese Überschrift ist auch die Kernaussage zu diesem wunderschönen Kochbuch. Die Autorin legt sehr viel Wert auf die Qualität der Produkte, die sie von den Händlern aus der Region bezieht. Gut ist auch die Butter, die sie als natürlichen Geschmacksträger benutzt, egal ob zu frischem Gemüse oder zu Weihnachtsgebäck.

Das Kochbuch ist klassisch aufgeteilt in Suppen und Vorspeisen, Hauptspeisen, Süsses, Salate, Beilagen, Sossen und Jus. Als ich das Kochbuch durchblätterte wußte ich nicht, womit ich anfangen soll, weil ich nur noch größere Augen bekommen habe und am Liebsten alles auf einmal gekocht hätte.

Ob Bratnockerl, Grießnockerl oder Leberknödelsuppe? Was ist „Käspressknödelsuppe“? Was ist Knödelbrot? So als Zugereiste musste ich doch erst einmal nachschlagen (googlen), dass „Knödelbrot“ quasi Brotwürfelchen für Semmelknödeln sind. Die gibt es auch tatsächlich sowohl beim Bäcker als auch im Supermarkt. Die Auflösung lautet also: „Käspressknödelsuppe“ ist eine klare Brühe mit einem Bergkäse-Semmelknödelbratling. Danach kamen die Vorspeisen mit Frischkäsetimbal und verschiedenem Carpaccio bayerisch interpretiert. Bei den Hauptgerichten haben wir verschiedene vegetarische Gerichte wie Kürbisnocken, Käsenocken, Spinatnocken, aber auch Fisch- und Fleischgerichte wie Zanderfilet auf Weinsauerkraut, Forelle mit Gemüsejulienne, Saiblingsfilet auf Kräuterrisotto, bayerisches Backhendl, Entenbraten, Spargel-Bärlauch-Schnitzerl, Tafelspitz, geschmorte Jungbullenschulter, Schweinsbrust mit Knödelfüllung, geschmorte Kalbshaxe, geschmorte Ochsenwangerl, Lammkoteletts, Hirschbraten, geschmorter Rehschlegel und vieles mehr. Natürlich gibt es bei den Desserts auch die bayerische Creme mit Himbeermark und Beeren, Topfengratin, verschiedene Parfaits, Apfelkücherl, Zwetschgenknödel, Mohnrohrnudeln, aber auch ein Bratapfeltiramisu und viele weitere süße Köstlichkeiten.

Die Rezepte werden mit ganzseitigen lebendigen Foodfotos begleitet, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Sehr hilfreich ist auch das Glossar-Wörterbuch „Bayerisch-Deutsch“ am Ende des Buches.

Die Autorin leitet jedes Kapitel mit einem kleinen Text ein und schwelgt in Erinnerungen. Aus jeder Zeile spricht ihre Liebe zu Bayern und ein fröhliches Lebensgefühl. Sie strahlt auf den Fotos und in Gruppenbildern erkennt man die fröhlich-harmonische Geselligkeit.

Die Autorin schreibt in den Kapiteln begleitend Texte zu den verwendeten Zutaten, den Lieferanten und dem Lebensgefühl, die ihre bayerische Heimat ausmachen. So erfahren wir natürlich einiges über Kartoffelsorten, dem Anbaugebiet und wie man sie am Besten lagert. Michaela Hager erzählt uns vom Fischzüchter, von dem sie die Saiblinge und Forellen bekommt, vom Jäger und seinem Jagdgebiet im Tölzer Land, der ihr Restaurant mit Wild versorgt. Auch für Eier und Käse hat die Autorin sich regionale Lieferanten ausgesucht, von denen sie uns erzählt. So lerne ich, das ein Affineur ein Spezialist für die Veredelung von Käse ist. Als letztes und wichtiges Grundnahrungsmittel in Bayern kommt das Thema „Bier“ aus einer Münchener Traditionsbrauerei. Sie hat eine Liste Ihrer Lieferanten auch ans Ende ihres Kochbuches angehängt.

Michaela Hager würzt ihre Erzählungen mit persönlichen Anekdoten aus ihrer Kindheit. Sie erzählt von ihrer Heimat, das Tölzer Land, und von Traditionen wie die Tölzer Leonhardifahrt. Michaela Hager schließt mit den Worten: Gemütlich, gesellig, urig – das liebe ich an Bayern. Die vielen Fotos von ihr, der Landschaft und den Festen, geben ein lebendiges Zeugnis dieses bayerischen Lebensgefühls wieder.

Ihre Rezepte sind pfiffig, fein und doch authentisch und traditionell. Michaela Hager hält die Rezepte übersichtlich und die Zubereitungsschritte gut nachvollziehbar. Das Kochbuch ist alltagstauglich und enthält auch viele vegetarische Gerichte.

Natürlich habe ich auch ein paar Rezepte ausprobiert: Wie für alle Kochbücher gilt auch hier: Vor dem Beginn, bitte alle Zubereitungsschritte inklusive Tipps erst in Ruhe lesen und erst dann das Kochen anfangen.

Kohlrabicarpaccio mit Pilzen und gerösteten Kürbiskernen: Als erstes habe ich mich auf die Carpaccio-Varianten gestürzt. Herrlich! Obwohl Kohlrabi nicht für Jedermann ist, war ich überrascht wie schnell die Teller leer wurden.

bayerisch-carpaccio

Spinat-Topfenknödel mit brauner Butter und Parmesan: Unbedingt wiederholungsbedürftig! Hierfür aber bitte den Spinat wirklich trocken abtropfen lassen oder am Besten wie in den Tipps angegeben über Nacht abtropfen lassen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Spinatknödel zu Semmelknödel mit Spinatfärbung werden. Einfach lecker!

spinatknoedel

Zum Nachtisch hatten wir einen lecker luftigen Topfengratin mit Beeren und Vanilleeis dazu. Muss ich da mehr sagen?!

bayerisch-topfengratin

Wir lieben Zwetschgenkuchen und deshalb musste ich dieses Rezept auch unbedingt ausprobieren. Der Kuchen war im Nu weg und ich glaube, dass nicht nur ich dieses Rezept häufig wiederholen werde. Besonders zu empfehlen, wenn die Zwetschgen nicht so süß sind. Einfach lecker!

bayerisch-zwetschgendatschi

2 Comments

  • Mensch Du warst aber ganz schön fleißig. Ich bin beeindruckt. Da machst Du Dich also an echt bayrische Schmankerln. Also die Spinat Knödeln, die sehen in der Tat richtig lecker aus. Aber auch das Carpaccio hört sich gut an. Ich habe mal ein Kohlrabi Pesto gemacht, das war auch sehr lecker. Hach, Zeit mal wieder was mit Kohlrabi zu machen!

    • Bin ein neugieriger Mensch 😉 die Spinatknödel sind der Hit!
      Kohlrabi-Pesto hört sich sehr interessant an, dass muss ich auch mal ausprobieren :) Wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und Genießen!

      Liebe Grüße, Semiha

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