„ Meine Ultimative Kochschule“ von Gordon Ramsay ist ein Koch-Lernbuch mit einfachen, alltagstauglichen und leckeren Rezepten aus der ganzen Welt und für jede Gelegenheit. Pfiffige Ideen und viele Tipps für das Gelingen runden das Paket ab. Ein Buch zum Stöbern und Genießen. Kochen lernen und dabei Gerichte aus der ganzen Welt genießen!


Das Kochbuch ist in 10 große Kapitel eingeteilt: Klassiker einmal anders, Fisch, Fleisch, Gewürze, Gut Essen für wenig Geld, Vorkochen, Kochen für zwei, Kochen für Gäste, Backen, Grundtechniken. Jedes Kapitel weißt auch ganzseitige farbige Fotos von einigen Gerichten und ein paar schwarz-weiß Fotos von Gordon Ramsey und seiner Küche. Die Fotos sind professionell gemacht und machen Lust zum Nachkochen.

Der Autor Gordon Ramsey ist Schotte, der seit über 25 Jahren professionell kocht und im Laufe seiner Karriere 15 Michelin-Sterne erhielt. Gordon Ramsay besitzt mehrere Restaurant und ist in Großbritannien sehr bekannt und ist dort in vielen Kochsendungen auf verschiedenen Sendern zu sehen. In Deutschland ist Gordon Ramsay durch seine Sendungen „Chef ohne Gnade“ und „In Teufels Küche“ bekannt. Eigentlich wollte Gordon Ramsay Fußballer werden, aber durch eine schwere Verletzung musste er sich umorientieren. Mit 19 Jahren entschied er sich kurzerhand für die Küche, meldete sich an einer Schule für Catering an und lernte Koch und Hotel Management. Seine Entscheidung für diesen Werdegang beschreibt der Brite gern als „Unfall“.

Im Vorwort schreibt Gordon Ramsay, dass man früher bei Kochbüchern von Sterne-Köchen erst einmal fünf Rezepte studieren musste, um dann endlich die kniffligen Zubereitungsschritte für das gewünschte Gericht zu beherrschen. Das wolle er nicht. Er sagt: „Jeder von uns ist in der Lage, Speisen zuzubereiten, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Mein Ziel ist es, Sie lediglich dazu anzuleiten, Ihre Kochkünste durch Üben zu verbessern.“ Dafür erzählt er aus dem Nähkästchen und scheut keine Mühen, um jedes Kapitel mit einer ausführlichen Einleitung zu versehen.

Gordon Ramsey möchte die „einfache Küche“ — im wahrsten Sinne des Wortes — uns Nahe bringen. Das soll nicht heißen, dass die Speisen primitiv sind. Auch wenn man sparsam kochen will, kann man genießen, heißt seine Devise. Er zeigt wie man mit Slow Food günstiges Fleisch vom Metzger zu einem Genuss zaubern kann. Wie man mit einfachen Vorräten seine Gäste überraschen kann. Wie man auch mal schmackhaft nur für Zwei Personen kochen kann.

Er ist der Meinung, dass ein paar gute Töpfe, Pfannen und ein scharfes Messer ausreichen, um gut zu kochen. Erst einmal sei „Kochen“ keine Kunst, sondern „Arbeit und Beherrschen von Grundtechniken und Routine“. Das Künstlerische käme später. Die Routine gäbe die Sicherheit, auf die man bauen kann. Danach könne man nach Lust und Laune ausprobieren und verfeinern — eben künstlerisch sich austoben.

Nachdem ich diese Einleitungen gelesen hatte, suchte ich das Kapitel für die Grundtechniken. Dieses findet erst am Ende des Buches Platz und scheint damit ein Glossar zu ersetzen. Nach der Einleitung habe diese eher zu Beginn erwartet.

Aber er hat sich die Mühe gemacht und zu den Rezepten kurze weiterführende Bemerkungen am Rand notiert. So z.B. wie man Risotto noch servieren kann, wie man Fasergemüse richtig gart, wie Streusel schön knusprig werden, und so weiter. Die Rezepte sind klassisch aufgebaut, erst die Zutaten, dann die Zubereitungsschritte. Letztere sind klar verständlich und ausführlich, um jedes Rezept umzusetzen. Diejenigen, die Schritt für Schritt-Fotos benötigen, werden enttäuscht sein, weil Gordon Ramsay hier darauf verzichtet hat. Allerdings kann man seinen Kochkurs im Internet auf Youtube ansehen. Hier sind unter „Gordon Ramsays Ultimate Cookery Course“ die Folgen aus Channel 4 zu sehen. Es macht Spaß und seine Begeisterung fürs Kochen ist ansteckend. Nebenbei lernt man noch weitere kleine wertvolle Tricks. Die Folgen sind jeweils unter 25 Minuten lang und sind eine tolle Ergänzung zum Buch. Wenn man ihm zusieht, merkt man, wie einfach und lecker einfaches Kochen sein kann.

Der Leser, der dieses Buch kauft, sollte wirklich Interesse daran haben, sich mit Kochen zu beschäftigen. Die Einleitungen zu den verschiedenen Kapiteln vermitteln die Techniken, die man für die Bewältigung der Rezepte braucht und bringen einen Hobbykoch oder Kochanfänger wirklich weiter. Mit diesem Buch kann sich jeder ein schönes und ansehnliches Repertoire an tollen Gerichten aus den Küchen der Welt zulegen, mit denen er seine Liebsten überraschen kann. Im Kapitel „Vorkochen“ schildert Gordon Ramsay, dass Kochen keine Hexerei ist und zeigt, wie man mit ein paar Vorräten schnell verschiedene Gerichte auf den Tisch zaubern kann.

Hier finden Sie über 120 verlockende Rezepte aus verschiedenen Ländern, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen: italienische Nudeln, irisches Brot, amerikanische Burger, Asiatisches, Indisches, Karibisches und vieles mehr. Dabei kombiniert er mutig Gewürze, Kräuter, Zutaten und bleibt trotzdem bodenständig und alltagstauglich. Natürlich sind auch bekannte britische Rezepte dabei wie „Beef Wellington“, „Fisch-Pie“, „Apple Crumble“ und „Englische Creme“ (Schreibweise aus dem Buch übernommen). Etwas irritierend finde ich, dass bei der Übersetzung die englischen Rezepttitel nicht mit übernommen worden sind. Die Überschriften sind teilweise englisch, teilweise ein Mix aus Englisch und Deutsch, aber größtenteils nur Deutsch. Das macht es etwas schwierig, wenn man direkt im Register nach bekannten englischen Speisen sucht. So ist aus „Victoria Sponge mit Ingwercremefüllung und Schokoladenglasur“ nur ein „Frischer Ingwerbiskuit“ geworden. Hier hätte ich mir mehr einheitliche deutsche und englische Titel gewünscht.

Immer wieder betont Gordon Ramsay, dass die Beherrschung von Grundtechniken wichtig sind. Nach seiner Ansicht sollte ein Koch folgende Speisen bzw. Grundtechniken einfach beherrschen: Eier pochieren, Souffle, Mehlschwitze, Omelett, Mayonnaise, Hühnerfond, Vinaigrette, Sauce Hollandaise und englische Creme. Diese Basics können dann beliebig abgewandelt werden.

Natürlich habe ich auch ein paar Rezepte nachgekocht:

Hähnchen Reisnudel-Pfanne: Ein schönes und einfaches Essen, dass im Nu zubereitet ist. Wunderbar nach einem arbeitsreichen Tag. Der noch knackige Brokkoli macht sich sehr gut. Aber das Highlight für mich war der Limettensaft, der zum Schluss über die Nudeln geträufelt wird. Das macht echt den Unterschied, die Nudeln schmecken leicht und frisch.

reisnudeln

Jerk-Chicken ist ein Gericht aus der jamaikanischen Küche und ich wollte schon lange mal ein Rezept dazu ausprobieren. Deshalb musste es diesmal sein. Würzig gebacken, einfach lecker!

jerk-chicken

Dieser Milchreis erinnert mich an Indien, schön mit Vanille, Zimt, Nelken und Kardamom gewürzt und kurz noch gebacken. Himmlisch! Aber bitte noch warm genießen, je länger der Milchreis steht, um so fester wird er. Noch warm frisch aus dem Ofen schmeckt er am besten, cremig und lecker!

aromatischer-milchreis

Vielleicht das schnellste und einfachste Brot, dass ich je gebacken habe. Man mischt Mehlsorten mit Backsoda, Salz und Buttermilch und schon kann der Brotlaib geformt und gleich gebacken werden. Einfach, schöne Krumme und feines Brot. Allerdings sollte man das Brot am Besten noch am selben Tag aufessen, oder am nächsten Tag toasten. Es hält sich nicht lange.

sodabrot

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