Sykkelturen Maridal og Lillomarka

Die Wettervorhersage für das lange Wochenende sah vielversprechend aus. Das Erste voran wir dachten, war eine Fahrradtour und wir entschieden uns für eine Rundtour in Lillomarka, die bei Maridalsvannet beginnt und hoch bis zum Nittedal führt und zurück an Skytta vorbei in Kjelsås endet: insgesamt 34 km und voraussichtlichen 150 m Höhenunterschied. Das klingt doch großartig, nicht wahr :-)

Wir waren frohen Mutes: wir hatten eine Beschreibung, eine Karte und einen Navi namens iPhone :-) Es konnte nichts passieren, richtig? Nach einem langen Winter und einem regenreichen Mai war dieses lange Wochenende unsere Chance :-) Wir radelten hinauf und hinunter über all die Hügelchen auf dem Weg zum Maridalsvannet. Glücklich bogen wir in den schützenden Schatten des Waldes weg von den Hauptstraßen ab und fühlten uns großartig. Jeder schien glücklich zu sein über das sommerliche Wetter und alle auf dem Weg lächelten und grüßten. Der Weg war gesäumt von atemberaubend schönen Aussichten über die Seen und den hügeligen Wald :-)

Später mussten wir zugeben, dass das beste Buch, die beste Karte und moderne Gerätschaften nicht auf eine Baustelle in einem Dorf vorbereiten können. So umrundeten wir ein Dorf fast zweimal, aufgrund einer riesigen Baustelle und weit und breit keine Wegweiser. Die Einheimischen wissen bestimmt, wo es hingeht, aber warum sollten sie sich Sorgen um Schilder für ein paar unerwartete verrückte Radler machen :-) Aber Wunder geschehen und wir fanden unseren Weg wieder heraus. An einer anderen Stelle ohne Wegweiser bekamen wir Hilfe von einer Dame. Sie hörte uns über den Weg rätseln und fragte uns direkt auf deutsch, wo wir denn hin wollten :-) sie half uns durch das Dorf zu einem Pfad an den Seen vorbei. Tusen takk! Dort mischten wir uns unter die Leute und lehnten unsere Räder an den nächsten Baum an, zogen unsere Schuhe aus und machten Rast an einem schönen See. Das Wasser war so klar, dass man den Fischen beim Spielen zuschauen konnte und der Grund schien trügerisch nahe zu sein. Unglaublich schöne Seen gebettet im grünen Wald umgeben von lieblichen Hügeln. Einfach atemberaubend! Sogar die Zeit atmet hier langsam und leise. Es gibt keinen perfekteren Ort für einen Picknick. Natürlich dürfen dabei die „kjøttkaker“ (norwegische Frikadellen) nicht fehlen. Letztes Jahr waren die „kjøttboller“ ein großer Hit bei all unseren Picknicks mit Besuchern. Aber mir wurde gesagt, dass diese eigentlich schwedisch sind und dass die Norweger eher „kjøttkaker oder karbonader“ machen. Dann fand ich auch ein Rezept im „familiekokeboka“ by Tom Victor Gausdal and Ole Martin Alfsen und bereitete diese schon am Tag vorher für unseren Picknick vor. Hhmmh lecker! Ganz besonders nach so vielen erklommenen Hügeln :-)

Viele Stunden lang witzelten wir nur über die vielen Auf und Abs im Wald. Und ich wunderte mich schon, ob wir an jenem Tag überhaupt einmal 500 m eine gerade ebene Strecke fahren werden. Erst radelten wir die Hügel hinauf und so bald wir oben waren, ging es schon auch wieder hinunter. Der Waldweg war geschottert oder sandig, dieser war offensichtlich eine Mountainbike Strecke. Die Personen auf deren Mountainbikes rasten nur hinunter, während wir achtsam unsere schmalen Räder an den Steinen vorbei lenkten. Aber der Höhepunkt war eine kleine Passage von einigen Kilometern auf dem Weg zurück von Skytta nach Maridalsvannet als wir tief im Schlamm stecken blieben und unsere Räder tragen oder schieben mussten. Anschließend mussten wir den Hügel auf riesigen glatten Felsbrocken hochradeln! Ich konnte nicht anders, ich musste lachen, es war einfach zu verrückt und lustig :-) Aber dies ist eine Erfolgsgeschichte: Wir haben es geschafft, wir sind sogar bis nach Hause zurück geradelt, zusätzliche 15 km. Schweißgebadet, völlig fertig aber sehr glücklich :-) insgesamt etwa 60 km (aufgerundet für mein Ego) und mindestens 1500 m gefühlte Höhenmeter bewältigt :-) Warum wo anders nach herausfordernden Mountainbike-Touren suchen, wenn man in Norwegen ist!

Kjøttkaker oder Karbonader nach einem Rezept aus „familiekokeboka“ von Tom Victor Gausdal und Ole Martin Alfsen

Ich weiß, es ist etwas irritierend, soviel Milch in den Fleischteig zu geben, aber es funktioniert wirklich. Nur eins, NICHT alles auf einmal hineingießen!

Zutaten
500 g Hackfleisch vom Rind
30 g Kartoffelmehl oder Semmelbrösel (oder feingeriebene Kruste vom Weißbrot)
3 EL Zwiebeln, sehr fein gehackt
200 – 300 ml Milch
je 1/2 TL gemahlener Ingwer und Muskat
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Butter zum Anbraten

  1. In einer Schüssel Hackfleisch mit den restlichen Zutaten mischen und zu 50-60 g Frikadellen formen. (Dies ist die Angabe, wie Tom und Ole sie im Orginalrezept beschreiben, aber ich muss zugeben, dass ich die Frikadellen fürs Picknick etwas kleiner forme.)
  2. In einer Pfanne etwas Butter erhitzen und die Frikadellen langsam auf mittlerer Hitze von beiden Seiten knusprig braun braten. Im vorgeheizten Backofen bei 60ºC warm halten, bis alle Frikadellen gebraten sind. Sie schmecken sowohl warm als auch kalt gut. Afiyet olsun!

2 Comments

  • Hallo liebe Semiha,
    wir haben grade Ferien und machen den einen oder anderen Ausflug. Ein neues Frikadellen-Rezept als Marschverpflegung kommt da genau richtig:-). Ich habs ausprobiert und gute Kritiken geernet: lecker gewürzt und aufgrund der interessanten 😉 Art der Bindung innen richtig schön weich. Die gibt es bestimmt mal wieder.
    Liebe Grüße von Susanne

    • Hallo liebe Susanne, das freut mich sehr :-) ich finde es auch ganz luftig lecker 😉 kann man auch unvorbereitet noch schnell zubereiten 😉 viel Spaß beim picknicken 😉 LG

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